Der Topflappen ist das ideale erste Häkelprojekt. Miriam erklärt, welches Garn Sie brauchen, wie viele Maschen Sie anschlagen und welche Fehler sich leicht vermeiden lassen — ehrlich, praktisch und aus eigener Erfahrung.
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Topflappen häkeln: So gelingt Ihr erstes Projekt

Ich gebe zu: Mein erster gehäkelter Topflappen war eher ein Trapez als ein Quadrat. Eine Seite war deutlich schmaler als die andere, die Maschen waren so fest, dass man die Nadel kaum durchbekam, und die Farbe — nun ja, ich hatte ein dunkles Petrol gewählt, bei dem ich kaum sehen konnte, wo ich einstechen musste. Aber genau darum geht es heute: damit Ihnen diese Anfängerfehler erspart bleiben.

Topflappen häkeln ist wahrscheinlich das beliebteste Einstiegsprojekt überhaupt — und das aus gutem Grund. Sie brauchen nur eine einzige Maschenart, das Ergebnis ist in ein bis zwei Stunden fertig und sofort nützlich. Und wenn etwas schiefgeht, trennen Sie auf und fangen von vorne an — das Garn verzeiht es.

Welches Garn eignet sich für Topflappen?

Helle Baumwollgarnknäuel in Creme und Mintgrün in einem kleinen Weidekorb

Für Topflappen gibt es eine Regel, die wirklich nicht verhandelbar ist: reine Baumwolle. Kein Acryl, kein Mischgarn, keine Wolle. Kunstfasern können bei Hitze schmelzen und sind als Hitzeschutz unbrauchbar. Reine Baumwolle ist hitzebeständig, robust und wird beim Waschen sogar noch etwas dichter.

Ich verwende am liebsten ein Baumwollgarn in DK-Stärke (Double Knitting), also passend für Nadelstärke 3,5 bis 4,5 mm. Damit werden die Maschen fest genug, um Hitze abzuhalten, und gleichzeitig nicht so dicht, dass das Häkeln zur Fingerübung wird. Wer es noch dichter haben möchte, greift zu einer 3,0-mm-Nadel — aber für den Anfang reicht 4,0 mm völlig.

Zur Farbe: Nehmen Sie für Ihr erstes Projekt unbedingt ein helles Garn. Cremefarben, Hellgelb, Mintgrün — alles, bei dem Sie die einzelnen Maschen und die V-förmigen Einstichstellen gut erkennen können. Den Fehler mit dem dunklen Garn mache ich jedenfalls nicht noch einmal.

Wie viel Garn brauchen Sie? Für einen Topflappen von 20 × 20 cm reicht ein 50-Gramm-Knäuel Baumwollgarn locker aus — Sie werden sogar Garn übrig haben. Das Tolle daran ist, dass man wirklich nur ganz wenig braucht, um loszulegen: ein Knäuel, eine Nadel, eine Schere. Kein teures Starterset, keine Spezialausrüstung. Die Materialkosten für Ihren ersten Topflappen liegen bei unter drei Euro.

Wie viele Maschen brauche ich für einen Topflappen?

Für einen Topflappen von etwa 20 × 20 cm schlagen Sie 24 Luftmaschen an und häkeln dann 23 feste Maschen pro Reihe plus eine Wendeluftmasche am Ende. Nach ungefähr 28 Reihen haben Sie ein Quadrat — wobei die genaue Anzahl von Ihrer persönlichen Fadenspannung abhängt.

Der Schlüssel zum Quadrat ist: Die Maschenanzahl muss in jeder Reihe gleich bleiben. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht — das war genau mein Problem beim ersten Versuch. Ich hatte die Wendeluftmasche am Reihenanfang vergessen, und mit jeder Reihe wurde mein Topflappen eine Masche schmaler. Nach zwanzig Reihen war aus dem geplanten Quadrat ein Dreieck geworden.

Mein Tipp, den ich mir selbst zur Gewohnheit gemacht habe: Am Ende jeder Reihe die Maschen zählen. Jede einzelne Reihe. Wenn Sie dabei auf Abkürzungen wie fM, Stb oder WLm stoßen und unsicher sind, hilft die Abkürzungsliste beim myboshi-Blog. Ja, das kostet ein paar Sekunden. Aber es ist um Welten besser, als nach einer Stunde festzustellen, dass irgendwo in Reihe sechs etwas schiefgelaufen ist.

Kann man Topflappen auch mit Stäbchen häkeln?

Ja — aber für Anfänger empfehle ich, beim ersten Topflappen bei festen Maschen zu bleiben. Feste Maschen erzeugen das dichteste Gewebe und bieten den besten Hitzeschutz. Falls Sie sich einen Überblick über alle Maschenarten verschaffen möchten, empfehle ich die Häkeln-für-Anfänger-Seite bei Craftery. Ein Topflappen aus Stäbchen ist lockerer und lässt mehr Wärme durch, was den Sinn der Sache etwas untergräbt.

Wenn Sie den klassischen Topflappen in festen Maschen fertig haben und Lust auf Abwechslung bekommen, können Sie beim zweiten Durchgang verschiedene Maschenarten mischen. Ein Wechsel aus festen Maschen und halben Stäbchen ergibt eine schöne Textur und ist gleichzeitig eine gute Übung für den Übergang zwischen Maschenhöhen. Aber das ist die Kür — die Pflicht ist erstmal das einfache Quadrat aus festen Maschen.

Topflappen häkeln: Die häufigsten Fehler

Drei gehäkelte Topflappen in Pastellfarben an einer Küchenleiste aufgehängt

Aus eigener Erfahrung und aus dem, was ich mittlerweile bei meiner Tochter und im Häkelkreis beobachte, gibt es drei Fehler, die beim Topflappen häkeln immer wieder auftauchen:

Fehler 1: Zu dunkles Garn. Ich habe es oben schon erwähnt, aber es kann nicht oft genug gesagt werden. Bei dunklem Garn sehen Sie die Einstichstellen schlecht, verlieren leichter die Zählung und bemerken Fehler erst spät. Helles Garn macht das Lernen so viel leichter — das ist kein ästhetischer Tipp, sondern ein praktischer.

Fehler 2: Wendeluftmasche vergessen. Das passiert jedem Anfänger, meistens mehrfach. Die Arbeit wird am Rand schmaler, und man merkt es erst nach ein paar Reihen. Gegenmittel: Nach dem Wenden als Allererstes die Wendeluftmasche häkeln, bevor Sie irgendetwas anderes tun. Manche hängen sogar einen Maschenmarkierer an die erste Masche jeder Reihe, um die Orientierung zu behalten.

Fehler 3: In die Wendeluftmasche einstechen. Das Gegenteil des vorherigen Problems: Sie häkeln die Wendeluftmasche brav, stechen dann aber versehentlich auch in deren Basis ein — und erzeugen damit eine zusätzliche Masche am Rand. Die Arbeit wird breiter statt gleichmäßig. Die Regel ist: Die Wendeluftmasche zählt als Abschluss, nicht als Eintrittsstelle. Stechen Sie in die erste „echte“ feste Masche der Vorreihe ein.

Wenn Sie diese drei Fehler vermeiden — helles Garn, Wendeluftmasche nicht vergessen, nicht in die Wendeluftmasche einstechen — ist Ihr erster Topflappen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein vorzeigbares Quadrat.

Was mache ich, wenn der Topflappen fertig ist?

Schneiden Sie den Faden mit einem Rest von etwa 15 cm ab, machen Sie einen Umschlag und ziehen Sie den Faden vollständig durch die letzte Schlinge. Ziehen Sie den Knoten fest — er kann sich sonst beim Waschen lösen. Dann fädeln Sie das Ende in eine stumpfe Wollnadel und vernähen es auf der Rückseite der Arbeit — im Zickzack durch die Maschenbögen, mindestens fünf Zentimeter weit. Einmal die Richtung wechseln, damit sich der Faden bei Belastung nicht herausarbeitet, und den überschüssigen Rest knapp an der Oberfläche abschneiden. Auch das Anfangsende — den Faden vom Anfangsknoten — sollten Sie auf die gleiche Weise vernähen. Das wird gerne vergessen, fällt aber spätestens nach dem ersten Waschen auf.

Wenn Sie möchten, können Sie noch eine Schlaufe zum Aufhängen anhäkeln: Einfach an einer Ecke ein paar Luftmaschen arbeiten und mit einer Kettmasche wieder an der Ecke befestigen. Das ist in dreißig Sekunden erledigt und macht den Topflappen gleich doppelt so praktisch.

Und dann — das empfehle ich wirklich jedem — waschen Sie den fertigen Topflappen einmal per Hand mit lauwarmem Wasser. Baumwolle setzt sich beim ersten Waschen leicht, die Maschen gleichen sich an, und das Stück bekommt ein gleichmäßigeres Gesamtbild. Es ist erstaunlich, wie viel professioneller ein gewaschener Topflappen aussieht als einer direkt von der Nadel.

Und dann? Nächste Projekte nach dem Topflappen

Wenn der erste Topflappen fertig ist und Sie Lust auf mehr haben: Häkeln Sie noch einen. Ernsthaft — der zweite wird deutlich gleichmäßiger, und Sie merken selbst, wie viel sicherer Ihre Hände schon arbeiten. Ich habe am Anfang vier Topflappen nacheinander gehäkelt, und der Unterschied zwischen dem ersten und dem vierten war wie Tag und Nacht.

Danach bieten sich ein Spültuch (etwas größer, gleiche Technik) oder ein Stirnband an — beides nutzt die gleichen festen Maschen, die Sie jetzt beherrschen. Wenn Sie den Topflappen sicher hinbekommen, ist der Weg zu Stäbchen, Mustern und komplexeren Projekten nicht mehr weit.

Wenn Sie sich generell für das Häkeln lernen interessieren — welche Maschen es gibt, wie Anleitungen funktionieren und welche Projekte sich danach anbieten — habe ich in unserem ausführlichen Ratgeber zum Häkeln für Anfänger alles Wichtige zusammengefasst. Und wenn Sie das Thema strukturiert von Grund auf lernen möchten, werfen Sie einen Blick auf unseren Häkeln-Einstiegskurs.

Nehmen Sie sich heute Abend eine Stunde, schnappen Sie sich ein helles Baumwollknäuel und eine 4,0-mm-Nadel, und legen Sie los. Der erste Topflappen muss nicht perfekt werden — er muss nur Spaß machen.

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